|
Ökologisch bauen und leben
Konsens unter allen Mitstreitern war immer, dass wir sowohl bei der Architektur als auch in der Bewirtschaftung ein ökologisch verträgliches Konzept wollen. Aufgrund unserer Geldbeutel waren wir gelegentlich zu Kompromissen gezwungen, aber unseren Ausgangspunkt verloren wir niemals aus den Augen, nicht beim architektonischen Entwurf (hohe Wärmedämmung zur Reduzierung des Energiebedarfs, Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen bei Bau- und Heizmaterial), nicht bei der Auswahl der Baustoffe (Holz, teilweise Lehmputz bzw. -mauerwerk und Platten aus gepresstem Stroh bei Innenwänden, Isolierschicht aus Zellulose und Hanf) und auch nicht bei der Frage, wie etwa Betriebskosten auf die Gruppe aufzuteilen sind (Anreize zum Sparen von Energie schaffen). Aus ökologischen Erwägungen entschieden wir uns auch für den Einsatz einer Holzpelletheizung mit Unterstützung von Solarkollektoren. Was den Wasserverbrauch betrifft, so ist eine Grauwasseranlage im Einsatz, um genutztes Trinkwasser etwa für die Toilettenspülung wiederverwenden zu können.
Mobilitätskonzept
Von Anfang an war außerdem klar, dass wir uns nicht durch Autos den nutzbaren Lebensraum beschränken lassen wollen. Einige der Siedler haben gar kein Auto, die anderen haben sie auf Stellplätzen außerhalb des Rundlings, am Zufahrtsweg, zu parken. Es gibt Pläne für ein Mobilitätskonzept, welches Elemente von Carsharing, Mitfahrzentrale, Fahrzeug- und Fahrradverleih, Lastenfahrrad, Abhol- und Bringdienste miteinander vereinen soll.
Foodcoop
In Selbstinitiative mit viel Eigenleistung organisieren wir den Kauf und Verkauf ökologischer Lebensmittel und anderer Produkte. Ursprünglich war dies eine Notlösung, da es in Johannisthal keinen Bioladen gibt. Inzwischen ist es immer ein Ereignis die Bestelllisten auszufüllen. Zum Aufbewahren, Umfüllen und Verteilen bedarf es einen Raum, der den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen entspricht. Dieser soll im Gemeinschaftshaus unterkommen und für Lieferanten und Food-Coop-Teilnehmer, die auch aus der Nachbarschaft kommen gut erreichbar sein.
Die Innovation am Rundling
Das vorhandene Nahwärmenetz auf Basis eines Holzkessels wurde im Winter 2007/2008 durch einen Abgaswärmetauscher mit nachgeschaltetem Rauchgaswäscherund Kondensatwärmetauscher zur Trinkwarmwasservorwärmung erweitert Bereits vor dem Umbau hatte die Anlage mit gemessenen 80 mg/(m3 Rauchgas) nur etwa 50 Prozent der zugelassenen Staubemissionen von 150 mg/m3. Durch die Abgaswäsche werden 60 Prozent der Staubpartikel (Rawe et al., Studie der FH Gelsenkirchen, 2007) ausgewaschen und die Staubemissionen auf unter 30 mg/m3 gesenkt, das ist eine Unterschreitung von 80 Prozent des geforderten Wertes. Dem Rauchgas
wird neben dem Staub auch Wärme entzogen, so dass bis zu 15 Prozent mehr Energie im System bleibt. In der Regel wird dabei der Wasserdampf kondensiert, wodurch die Abgasverluste um weitere 7 Prozent verringert werden. Die Holzheizung erreicht damit das Niveau der Brennwerttechnik. Der Nennwirkungsgrad kann von 87 Prozent auf 103 Prozent (Herstellerangabe) gesteigert werden. In der Praxis bedeutet dies nicht nur eine Verringerung der Brennstoffkosten, sondern auch weniger Fahrten zur Anlieferung der Holzpellets. Dadurch wird die Klimagasbilanz
der Vorkette entlastet. Neben der energetischen Verbesserung wurde auch eine „handfeste“ Reduktion des typischen Lagefeuergeruches des Rauchgases erzielt.
| Anlagenteil |
Leistung |
Jahresumsatz |
Einsparung |
| Heizkessel |
99 kW |
150 MWh |
45.000 kg CO2 |
| Solarkollektoranlage |
50 kW |
30 MWh |
9.000 kg CO2 |
| Photovoltaik |
23kWpeak |
20 MWh |
12.000 kg CO2 |
| Grauwasseranlage |
2 m3/d |
600 m3 |
600 m3 Trinkwasser |
nach oben
|
|