Wohnprojekt "Lebens(t)raum Johannisthal"
Lageplan Blick von Südosten auf den Rundling
     
Von der Bau- zur Wohngemeinschaft
Mehrgenerationen | Orte der Begegnung | Lokale Vernetzung


Die nachbarschaftliche Nähe macht vielfältige soziale Beziehungen unkompliziert und spontan möglich. Mal sind Kinder zu betreuen, mal isst einer krankheitshalber die Suppe vom Nachbarn mit, mal wird für einen größeren Transport ein Auto ausgeliehen. Zwanglos kann, wer mag, andere am Lagerfeuer treffen. Im provisorischen Gemeinschaftshaus lagern Werkzeuge, derer sich alle bedienen dürfen. Gemeinsame Bedürfnisse schufen sich darüber hinaus Institutionen: Etliche schlossen sich z. B. zum Einkauf bei einer Foodkoop zusammen. Ideengeber finden bestimmt Ideennehmer. Diese Synergieeffekte sind unser Reichtum.

Aus dem Zusammenleben in leichteren Zeiten entwickelt sich ein nachbarschaftliches Hilfssystem, das gute Chancen hat, sich auch in schwierigen Lebenssituationen für Einzelne zu bewähren. Gewachsene Beziehungen unterliegen ja ständigen Prüfungen und sind gerade darum so stabil. Viel schneller als wir es erwartet haben, ist der erste Todesfall in unserem Kreis zu einer schmerzlichen Bewährungsprobe geworden. Daraus ist z. B. die Idee eines Sozialfonds entstanden, der zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten böte. Bei begrenzter Hilfsbedürftigkeit kann unser “natürliches” Hilfssystem aber einfach in intensivierter Form fortbestehen. Die Gemeinschaft bildet ein selbstverständliches Netzwerk, das Belastungen für Einzelne reduzieren kann und dem Individuum darüber hinaus einen größeren Handlungsspielraum innerhalb der Gesellschaft bietet.





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Entscheidungskultur
In einer Gemeinschaft zu leben erfordert stets ein hohes Maß an Rücksicht, Geduld und auch Kommunikations-fähigkeiten. Der Prüfstein für Gemeinschaften sind die vielen Entscheidungen, die es zu treffen gilt. Ein Mittelweg zwischen Konsensfindung und Mehrheitsent-scheidung hat sich für uns als richtig herausgestellt.